Bildung und berufliche Qualifizierung

In vielen Ländern der Welt können Mädchen und Frauen weder die Schule abschließen noch eine Berufsausbildung machen. Selbst bei fast gleichen Einschulungsraten von Mädchen und Jungen steigt mit jedem Schuljahr die Zahl der Mädchen, die die Schule abbrechen.

 

Bildung ist der Schlüssel

Später finden Frauen oft keine bezahlte Arbeitsstelle und sind finanziell abhängig vom Ehemann oder von männlichen Verwandten. Bildung und berufliche Qualifizierung sind deshalb der Schlüssel für die Verbesserung der gesellschaftlichen Stellung von Frauen und Mädchen. Sie sind notwendige Voraussetzungen, damit sie Einfluss nehmen und sich für ihre Interesse stark machen können.

Warum Mädchen nicht (mehr) zur Schule gehen

Es gibt viele Gründe, warum Mädchen nicht (mehr) zur Schule gehen. Mädchen müssen häufiger als ihre Brüder im Haushalt mitarbeiten. Sexuelle Belästigung und Gewalt auf dem Schulweg und in der Schule sind keine Seltenheit, weswegen Eltern ihre Töchter von der Schule nehmen. Auch Teenager-Schwangerschaften und der Zwang zu früher Heirat sind Gründe, warum Mädchen die Schule nicht beenden.

Weibliche Vorbilder gesucht

Ein weiterer, immer noch stark unterschätzter Aspekt ist, dass es nur wenige weibliche Vorbilder gibt. Solche sogenannten role models können Lehrerinnen sein oder auch andere Frauen, die dank ihrer Bildung bzw. ihrer beruflichen Qualifikation Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mitgestalten.

In Bildung investieren

Investitionen in die Bildung von Mädchen wirken der allgemeinen Benachteiligung von Frauen und Mädchen entgegen. Zwischen höherem Bildungsgrad und geringerer Kinder- und Müttersterblichkeit, weniger Geburten, höherem Bildungsstand bei Töchtern und Söhnen und geringeren Armutsraten besteht ein nachgewiesener Zusammenhang.

Die Projektarbeit des Weltgebetstags engagiert sich für mehr qualifizierte Bildungsangebote für Mädchen und Frauen. Diese finden zum einen im „formellen“ Bereich statt, z.B. an Schulen und Berufsfachschulen. Zum anderen sind es Angebote im „informellen“ Bildungssektor, also fachliche Qualifikationen ohne anerkannte staatliche Abschlüsse.

Beispiel für ein Projekt des Weltgebetstags zum Thema „Bildung und berufliche Qualifizierung“:

Libanon: Licht der Hoffnung für syrische Mädchen

Seit Kriegsbeginn in Syrien sind über eine Million Menschen ins Nachbarland Libanon geflohen.

Viele Kinder gehen seit Jahren nicht mehr zur Schule. Lernen und Therapie geben nun knapp 200 Mädchen Hoffnung. 

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„Jetzt kann ich auf Bambara [Anm: Lokalsprache Malis] lesen, schreiben und rechnen. Früher habe ich alle, die lesen und schreiben konnten, als Teufel betrachtet. Um eine Telefonnummer zu wählen, musste ich immer jemanden um Hilfe fragen.

Jetzt helfe ich anderen Frauen und Männern, die nicht alphabetisiert sind. Ich rate ihnen, an einen Alphabetisierungskurs teilzunehmen.

Wenn ich in den nächstgrößeren Ort fahre, lese ich die Anzeigetafeln entlang der Straße und vor den Geschäften. Diese sind zwar meist auf Französisch geschrieben, aber ich kann die Namen entziffern.“


Mariam aus Mali

Die gemeinsamen Projekte des Weltgebetstags und seiner Partnerorganisationen sind tätig in den Bereichen:

  • Alphabetisierung sowie Förderung von Einschulung und weiterführendem Schulbesuch von Mädchen
  • Initiativen, die gegen frühe „drop-outs“ in Schule und Ausbildung aktiv werden und/oder junge Mütter in ihrer Bildungslaufbahn unterstützen
  • informelle Bildung, d.h. fachliche Qualifikation, wenn keine anerkannten/formellen Abschlüsse möglich sind
  • berufliche Qualifizierung und Weiterbildung (vom Computertraining bis zu Managementkenntnissen)
  • Persönlichkeitsentwicklung und Ausbildung von Führungspersönlichkeiten („leadership skills“)
  • Netzwerkbildung und gegenseitige Unterstützung qualifizierter Frauen („Mentoring“)

Weiterführende Informationen:

Informationen zu Bildung (deutsch): Artikel „Bildung“ auf den Internetseiten des „Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung“