Benin: Von der Schulabbrecherin zur selbstbewussten Kleinunternehmerin

Action Femmes Plus unterstützt junge Mädchen, ihre Lebensträume zu verwirklichen.
 

Für Mädchen in Benin ist es keineswegs eine Selbstverständlichkeit, ihren Schulbesuch mit einem Abschlusszeugnis zu beenden. Zwar haben die Bemühungen des beninischen Staates und die vieler Nichtregierungsorganisationen zur Förderung der Einschulung von Mädchen Wirkung gezeigt: seit mehreren Jahren halten sich die Zahlen von Schulanfängern und –anfängerinnen nahezu die Waage. Doch viele Mädchen beenden die Schule nach wenigen Jahren vorzeitig. Die Gründe hierfür sind vielfältig: wenig Wertschätzung für Bildung von Mädchen, belastende Ereignisse in der Familie, häufig auch Teenager-Schwangerschaften. Mädchen, die die Schule vorzeitig beendet haben, erkennen oft erst spät, dass sich ihre Zukunftsperspektiven dadurch deutlich verschlechtert haben.

Perspektiven für 30 Schulabbrecherinnen

Die Partnerorganisation des Weltgebetstags„Action Femmes Plus“ unterhält in der beninischen Küstenstadt Ouidah ein kleines Ausbildungszentrum, dessen Angebot sich speziell an Mädchen ohne Schulabschluss richtet. Jeweils 30 Mädchen können hier das Schneiderhandwerk, Weben oder Elektronische Datenverarbeitung (EDV) erlernen. Zunächst erhalten die Mädchen eine Grundorientierung. Anschließend können sie wählen, welchen Ausbildungsgang sie vertiefen möchten. Nach ein bis drei Jahren endet die Ausbildung mit einem Examen bei einer staatlichen Prüfbehörde. Ausgerüstet mit diesem Zertifikat und dem handwerklichen Wissen beziehungsweise EDV-Kenntnissen suchen sich die jungen Frauen eine Anstellung in einer Werkstatt oder einem Büro. Sobald sie solide Berufserfahrung gesammelt haben und wissen, wie der Markt in ihrem jeweiligen Metier funktioniert, machen sich viele der jungen Frauen mit einem Kleinunternehmen selbstständig.

Bildung ist mehr als Wissensvermittlung

Das eigentliche Markenzeichen von „Action Femmes Plus“ ist jedoch die Begleitung der Mädchen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung: Die Mädchen werden dabei unterstützt, sich über ihre eigenen (Lebens-) Ziele und Bedürfnisse klar zu werden und gezielt auf das Erreichen der gesetzten Ziele hinzuarbeiten. Flankierend dazu dienen Programme zu Sexualaufklärung an Schulen der Vermeidung von Teenagerschwangerschaften. „Bildung“ zieht sich wie ein roter Faden durch sämtliche Aktivitäten der „Action Femmes Plus“, die auch Alphabetisierungskurse für Frauen sowie ein Programm zu reproduktiver Gesundheit anbietet. Denn: Je besser die Mütter ausgebildet sind, desto mehr wissen sie den Wert von Bildung zu schätzen – auch für ihre Töchter. Die Alphabetisierungskurse dienen somit nicht nur unmittelbar den Teilnehmerinnen, sondern auch deren Töchtern.

Projekt-Kurzinfo
Projekttitel: Freiraum für Frieden und soziale Gerechtigkeit
Ort/Region: Ouidah/Benin
Förderschwerpunkt: Bildung und berufliche Qualifizierung
Partnerorganisation: Action Femmes Plus
Laufzeit: Januar 2019 bis Dezember 2021
WGT-Beitrag: 59.992 €

Unser Kollekten-Konto: Weltgebetstag der Frauen - Dt. Komitee e. V., Ev. Bank eG, Kassel, IBAN: DE60 5206 0410 0004 0045 40, BIC: GENODEF1EK1