Südafrika: Stadt der Hoffnung(slosigkeit)

Sie fliehen vor Hunger und Krieg, sie zieht die Hoffnung auf ein besseres Leben: Viele Menschen aus Simbabwe, Mosambik, dem Kongo und anderen afrikanischen Ländern machen sich auf den Weg nach Südafrika. Zu oft erwarten sie dort Ablehnung und Armut. Unsere Partnerinnen in Sophiatown sind ihnen ein Zufluchtsort.

Johannesburg in Südafrika wird auch „Stadt des Goldes“ genannt. Sie ist Anziehungspunkt für viele Menschen aus dem südlichen und östlichen Afrika.

In ihren Heimatländern sehen diese Menschen keinerlei Möglichkeit, sich und ihren Kindern ein menschenwürdiges Dasein zu sichern. In der Hoffnung auf ein besseres Leben machen sich auf den Weg nach Südafrika.

Ein Teil der Menschen kommt dort mit schwersten Traumata an, die sie zum Teil bereits in ihrer Heimat oder aber auf der Flucht erlebt haben. Vor Ort in Südafrika erleben viele offene Ablehnung. Es kommt vermehrt zu fremdenfeindlichen Übergriffen.

Eingesperrt am Rande der Gesellschaft

Diese dramatische Situation wurde durch die Corona-Pandemie noch verstärkt. Um die Ausbreitung des Virus einzuschränken, hatte die südafrikanische Regierung einen sehr strengen „Lockdown“ verhängt. Die Menschen waren praktisch über Monate in ihren Behausungen eingesperrt.

Viele Geflüchtete leben auf kleinstem Raum und sprichwörtlich „am Rande der Gesellschaft“. Für sie war diese Situation unerträglich. Zudem hatten (und haben) gerade diese Menschen nicht nur Zukunftsängste, sondern als Tagelöhner*innen auch um das nackte alltägliche Überleben zu kämpfen. Der Lockdown raubte ihnen ihre Einkommensmöglichkeiten.

Professionelle Hilfe für Migrant*innen

Unsere Partnerinnen von SPCS („Sophiatown Psychological Community Services“) sind die eine der ganz wenigen Anlaufstellen für Migrant*innen im Großraum Johannesburg. In den psychologischen Gemeindediensten von Sophiatown bieten die engagierten Mitarbeiter*innen verschiedene Beratungsleistungen an: Es gibt sowohl Einzeltherapien wie auch eine Reihe von verschiedenen Gruppentherapien.

Darüber hinaus unterhält SPCS einen kleinen Notfall-Fonds, um Klient*innen in Einzelfällen bei konkreten Notlagen Hilfestellung zu geben. So konnte zum Beispiel verhindert werden, dass Klient*innen obdachlos wurden, wenn sie mit ihrer Miete im Rückstand waren.

Die Mitarbeiter*innen von SPCS kämpfen gegen Windmühlen. Ihre Kraft schöpfen sie aus den vielen kleinen Erfolgen ihrer Arbeit.  Wenn stark traumatisierte Klient*innen sich stabilisieren und ihren Weg finden, sind das Lichtblicke in der Dunkelheit.

Die Services von Sophiatown sind für viele Geflüchtete ein "Haus der Träume". (Foto: WGT e.V.)

Projekt-Kurzinfo
Projekttitel: Kinder und Familien auf dem Weg
Förderschwerpunkt: Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und sexualisierter Gewalt (Geschlechterspezifische Gewalt)
Partnerorganisation: Sophiatown Community Psychological Services (SCPS)
Laufzeit: Januar 2021 bis Dezember 2022
WGT-Beitrag: 68.770 €

Weiterführende Informationen:

Artikel „Migrants face mental health crisis amid lockdown“ auf „New Frame“

www.newframe.com/migrants-face-mental-health-crisis-amid-lockdown/ (in englischer Sprache)