Simbabwe: Frauen eine Stimme geben

Mit Handy und Laptop erzählen Mädchen und junge Frauen ihre Geschichten – und wachsen über sich selbst hinaus. Die Organisation CCCD in Simbabwe bietet Medientrainings und mehr. Mittlerweile ist sie eine wichtige Plattform, um benachteiligten Frauen eine Stimme zu geben.

Moderne Technologie: Eine Chance für die „Ungehörten“

Frauen, die sonst nicht gehört werden eine Stimme zu geben – war das Anliegen der Gründerin des CCCD (Creative Centre for Communication an Development), Gertrude Pswarayi.

Als Tochter einer Kinderbraut weiß Gertrude Pswarayi nur zu gut, wie es ist, wenn Frauen und ihre Bedürfnisse nicht gehört werden. Als Journalistin und Medienwissenschaftlerin kennt sie Mittel und Wege, den Geschichten der „kleinen“ Frauen Gehör zu verschaffen. Das Team von CCCD hat schon früh erkannt, welche Möglichkeiten Informationstechnologien wie das Internet hierfür bieten.

Reportagen von „ganz unten“

Mehrmals im Jahr führt CCCD für interessierte Frauen und Mädchen führt CCCD „Schreibwerkstätten“ durch. Dabei handelt sich um journalistische Trainings, wie Reportagen sauber recherchiert und journalistisch gut aufbereitet werden können. Das CCCD setzt damit bewusst einen Gegenpol zu den allgegenwärtigen „Fake News“.

Oft wird diesem journalistischen Training einer Lern-Einheit vorgeschaltet: Wie funktionieren ein Computer und die entsprechenden Programme überhaupt? Schließlich haben viele der Teilnehmerinnen zuvor noch nie einen Computer benutzt.

Eine Chance für Talente

Talentierte Nachwuchs-Reporterinnen haben im Anschluss an das Training die Möglichkeit, auf Honorar-Basis als freie Mitarbeiterinnen für das Center zu arbeiten. Das Besondere an diesen Reportagen ist, dass darin Lebenswirklichkeiten berichtet wird, die sonst kaum Gehör in den Medien finden.

Neue Themen ins Bewusstsein  

Die ausgewählten Themen spiegeln die alltäglichen Erfahrungen der Frauen wider; allzu häufig gehören tabuisierte Themen wie sexualisierte Gewalt oder Zwangsverheiratung dazu. Durch die Reportagen werden abstrakte Zahlen/Entwicklungen plötzlich greifbar und als gesellschaftliches Problem in einer breiteren Öffentlichkeit diskutiert.

In Zeiten der COVID-19-Pandemie ist das besonders wichtig. Kontaktbeschränkungen und Lockdowns haben zu einem drastischen Anstieg allen Formen von Gewalt gegen Frauen geführt. Darüber hinaus sind die Schutzsysteme für Frauen (familiärer Schutz, z.T. auch behördlicher Schutz) während dieser Zeiten so gut wie zusammengebrochen.

Projekt-Kurzinfo
Projekttitel: Schutz von Frauenrechten in Zeiten von COVID-19 und danach
Förderschwerpunkt: Gesellschaftliche und politische Teilhabe
Partnerorganisation: Creative Centre for Communication an Development
Laufzeit: Januar 2021 bis Dezember 2022
WGT-Beitrag: 25.743 €

Weiterführende Informationen:

Webseite des CCCD (auf Englisch)

Link zu den Reportagen der Bürger*innen-Journalistinnen (in Englisch)

Unser Kollekten-Konto: Weltgebetstag der Frauen - Dt. Komitee e. V., Ev. Bank eG, Kassel, IBAN: DE60 5206 0410 0004 0045 40, BIC: GENODEF1EK1