Benin: Mädchen brauchen Bildung

Im westafrikanischen Staat Benin sind die Bildungschancen für Mädchen deutlich schlechter als die ihrer männlichen Altersgenossen. Nur 63 % der Mädchen eines Jahrgangs schließen die Sekundarstufe ab. Die Gründe hierfür sind sehr vielschichtig.

„Sie heiratet ja ohnehin“

Ein Grund ist sicher, dass viele Eltern nicht die Notwendigkeit sehen, ihre Töchter zur Schule zu schicken („sie heiratet ja ohnehin“). Ihnen ist wichtiger, dass die Mädchen im Haus und auf dem Feld mithelfen.

Angst in der Schule

In Benin hat der Weltgebetstag mehrere Partnerinnen, eine davon ist die Organisation ADEF. Die Mitarbeitenden von ADEF haben einen weiteren wichtigen Grund dafür entdeckt, warum Mädchen vorzeitig die Schule verlassen: die häufigen sexuellen Belästigungen in der Schule.

Sie führen dazu, dass die Mädchen in permanenter Angst leben und jegliche Motivation am Lernen verlieren. Ein Abfall ihrer schulischen Leistungen ist fast immer die Folge.

Teenager-Schwangerschaften

Ein weiterer Grund für den Schulabbruch ist, dass einige der heranwachsenden Mädchen sehr jung schwanger werden. Dies wiederum hängt vor allem damit zusammen, dass die Jungen und Mädchen nicht bzw. nur unvollständig aufgeklärt werden.

Alle Beteiligten ins Boot holen

ADEF hat ein ganzes Maßnahmenbündel geschnürt, um gezielt die Ursachen des vorzeitigen Schulabbruchs zu bekämpfen. Dazu gehören Aufklärungsveranstaltungen an den Sekundarschulen für etwa 9.000 Schülerinnen und Schüler. Parallel dazu werden Veranstaltungen für die insgesamt 500 Lehrerinnen und Lehrer durchgeführt, um sie über die rechtliche Lage aufzuklären, die junge Mädchen vor sexuellen Übergriffen schützt.

In den Dörfern finden Informationsveranstaltungen statt, die sich an die traditionellen und religiösen Autoritäten des Dorfes richten. Auch sie werden über die Rechtslage aufgeklärt. Zusätzlich werden Ideen vermittelt, wie schwangere junge Mädchen unterstützt werden können.

Auch ADEF selbst bietet den Teenagermüttern ganz lebenspraktische Unterstützung: Sie erhalten eine Ausbildung, z.B. in der Herstellung und Vermarktung von Modeschmuck. Damit sind die jungen Frauen in der Lage, ein eignes Einkommen zu erwirtschaften.

Kooperation mit der örtlichen Verwaltung

Auch in der Zusammenarbeit mit der Kommunalverwaltung gibt es erste Erfolge: Die zuständige Verwaltung hat das Problem der jungen Schulabbrecherinnen ebenfalls erkannt und es in den lokalen Aktionsplan aufgenommen. Die Mitarbeitenden von ADEF stimmen alle Aktivitäten mit der Kommunalverwaltung ab.

Denn: Nur mit vereinten Kräften kann es gelingen, dass eines Tages kein Mädchen in Benin mehr vorzeitig die Schule verlassen muss.

 

Projekt-Kurzinfo

Projekttitel: Bildungs- und Berufszentrum für Frauen und Mädchen
Ort/Region: Gemeinde Ouidah
Förderschwerpunkt: Bildung und berufliche Qualifizierung
Partnerorganisation: Action Femmes Plus (AFPlus)
Laufzeit: Januar 2016 bis Dezember 2017
WGT-Beitrag: 46.002 €