Pakistan: Regentropfen, die nicht nur den Durst löschen, sondern die Dürre heilen

Projekte, die die Partnerorganisation NLM in Lahore, Pakistan, unterstützen, bieten Mädchen und Frauen eine Ausbildung, Beratung und ein soziales Netzwerk – und „bewässern“ dadurch das Leben der Teilnehmerinnen in den verschiedensten Lebensbereichen für eine lange Zeit.

Der Stadtteil Youhanabad in Lahore ist Wohnort von ca. 100.000 Christ*innen und damit eine der größten zusammenhängenden Ansiedlungen von Menschen christlichen Glaubens in Asien. Christ*innen stellen trotzdem nicht die führende gesellschaftliche Gruppe im Ortsteil oder in der Stadt dar. Viele Menschen sind schlecht ausgebildet und arm. Geld ist knapp – für alles, auch für die Ausbildung der Kinder. Die gesellschaftlichen Strukturen erlauben es Frauen nur selten, einer bezahlten Beschäftigung nachzugehen. Männer sind oft die alleinigen Versorger der Familien. Aber auch sie finden selten gut bezahlte und eher unsichere, kurzfristige Tätigkeiten.

Was bedeutet es da, wenn unsere Partnerorganisation New Life Ministry (NLM) sagt, sie schicken „Regentropfen, die nicht nur den Durst löschen, sondern die Dürre heilen“?

Das Schicksal von Sabrina

Nehmen wir das Beispiel von Sabrina (Name geändert) aus Youhanabad. Sie und ihr Bruder haben ihre christlichen Eltern früh verloren. Der Bruder kümmerte sich nicht gut um seine Schwester. Mit ungefähr 17 Jahren heiratete sie und ging mit ihrem muslimischen Ehemann in die Hauptstadt Karachi. Dort erwartete sie kein gutes Leben, denn ihr Ehemann verkaufte sie.  – Nach drei langen Monaten konnte sie dem Desaster entfliehen und nach Youhanabad zurückkehren. Durch eine Bekannte kam sie in Kontakt mit NLM. Dort konnte Sabrina eine Ausbildung zur Kosmetikerin/Frisörin absolvieren.  Mittlerweile ist Sabrina 20 Jahre alt, hat ihre Ausbildung abgeschlossen, ein wenig Schreiben und Rechnen gelernt und ein soziales Leben in und um NLM herum aufgebaut. Mit einer Gruppe von Freundinnen trifft sie sich regelmäßig. Sie kann für sich selbst sorgen und ihr Leben hat eine völlig veränderte Perspektive bekommen.

Hier nimmt die „geheilte Dürre“ eine ganz konkrete Form an: Sabrina wurde nicht nur punktuell z.B. durch eine Unterkunft geholfen, sondern ihr ganzes Leben wurde in verschiedenen Aspekten bereichert und „bewässert“ und auf eine neue Grundlage gestellt. Sie braucht keinen Mann, um sich am Leben zu halten. Ihr Selbstbewusstsein ist enorm gewachsen. Sie verfügt über ein Netz von Freundinnen, die in ähnlichen Situationen wie sie selbst stecken. Sie helfen sich gegenseitig, geben sich Tipps. Einsamkeit ist kein aktuelles Thema mehr für Sabrina. Oder anders ausgedrückt: das, was Sabrina durch die Kurse von NLM an Wissen und Erfahrung gelernt hat, gehört jetzt ihr. Sie hat es sich zu eigen gemacht. Sie hat sich in verschiedenen gesellschaftlichen Zusammenhängen einen Platz erobert.

Dauerhaft stabile Bindung

So wird ganz konkret einmal mehr das Ziel der Arbeit von NLM umgesetzt, Frauen durch Bildungsmaßnahmen schnell dazu zu bringen, für sich und ggfs. ihre Familien sorgen zu können. Auch nach Beendigung der Kurse hält NLM eine stabile Bindung zu den Absolventinnen. NLM kann genau darüber berichten, wieviel Frauen nach den Kursen in welche Arten von Beschäftigung gingen und wieviel sie dort verdienen. So ist nicht nur einmal der Durst gelöscht, sondern durch langfristige Einkommenssicherung und persönliche Beziehungen sozusagen „Grundwasser“ in der Tiefe entstanden, das die Lebenssituation der Frauen langfristig gedeihen kann.

Projekt-Kurzinfo

Projekttitel: Wirtschaftliche Befähigung von Frauen durch Ausbildung und Trainings
Förderschwerpunkt: Bildung und berufliche Qualifizierung
Partnerorganisation: New Life Ministry Women Awareness and Integral Development (NLM)
Laufzeit: Januar 2026 bis Dezember 2026
WGT-Beitrag: 12.000 €