Mexiko: Unterstützung für Menschenrechtsaktivist*innen

Menschenrechtsaktivist*innen sind in Mexiko einem hohen Gewaltrisiko ausgesetzt. Sie werden bedroht und kriminalisiert. Frauen, die gewaltsam verschwundene Angehörige suchen, tragen zudem hohe physische und psychische Belastungen und laufen Gefahr, familiär und wirtschaftlich in Isolation zu geraten. Die Organisation ALUNA begleitet und berät sie und sensibilisiert die kolumbianische Politik und Öffentlichkeit für das Thema.

Mexikos liberale Revolution steht unter Druck

Seit 2018 regiert die „linke“ Morena Partei in Mexiko. Sie verfolgt eine Politik, die sich auf soziale Gerechtigkeit, die Bekämpfung von Korruption und einen stärkeren Einfluss des Staates in der Wirtschaft konzentriert. Seit Oktober 2024 ist Claudia Sheinbaum die erste weibliche Präsidentin im Amt. Ihre Regierungsführung zeichnet sich durch soziale Reformen, wirtschaftliche Strategien und eine ökologische Ausrichtung aus. Diese Politik erlebt starken Gegenwind. Die Widerstände, die ihr aus dem eigenen Land entgegenkommen, werden durch die massive Einflussnahme der Trump Administration aus den USA verstärkt.

Gewalt durch Militär und (Drogen-)Kriminalität dauert an

Obwohl es politisch einen stärkeren Fokus auf die Einhaltung der Menschenrechte gibt, hat die anhaltende Gewalt durch Militär und (Drogen-)Kriminalität schwerwiegende Auswirkungen auf die Menschenrechte. Fälle von Verschwindenlassen, Mord und Folter sind nach wie vor alarmierend hoch. Die Gewalt gegen Frauen ist ein gravierendes Problem. Trotz Maßnahmen zur Bekämpfung von Femiziden gibt es immer noch eine hohe Anzahl an gewalttätigen Übergriffen und Morden an Frauen.

„Suchende Mütter und Frauen“ fordern Gerechtigkeit

Als eine der Reaktionen der mexikanischen Gesellschaft auf die Gewalt hat sich die Bewegung Las Madres Buscadoras (Die suchenden Mütter) herausgebildet. Es handelt sich dabei um Aktivist*innen, die nach ihren verschwundenen Kindern und Verwandten suchen und Gerechtigkeit für die gewaltsamen Verschleppungen im Land fordern.

ALUNA unterstützt Menschenrechtsaktivist*innen

Aus dieser Bewegung heraus wurde 2013 von Frauenrechtler*innen die Organisatioin ALUNA Acompañamiento Psicosocial (dt.: Psychosoziale Begleitung) gegründet und ist seit 2015 ein gemeinnütziger Verein. Die Organisation lenkt den Blick auf die Gefährdungen, denen besonders suchende Frauen bei der Einforderung ihrer Rechte ausgesetzt sind. Ihr Ansatz kombiniert die Stärkung von Resilienz/Selbstfürsorge mit Risikoprävention für Einzelpersonen und Gemeinschaften. Es geht darum Eigen-/Selbstgefährdungen zu erkennen, vorzubeugen und sich in lebensbedrohlichen Situationen adäquat zu verhalten. Dafür bietet ALUNA Trainings für interessierte Organisationen an.

ALUNA betreibt Sensibilisierung und Advocacy

ALUNA setzt sich zudem für die Sensibilisierung der Gesellschaft bezüglich psychischer Gesundheit und den Umgang mit Traumata ein. Sie ist Fachstelle des Nationalen Netzwerkes der Menschenrechtsverteidiger*innen und treibende Kraft hinter der Gründung von Intercambio Transnacional de Acompañamiento Psicosocial, einem Zusammenschluss von Initiativen weltweit mit ähnlicher konzeptioneller Ausrichtung. Die Organisation betont die Notwendigkeit von politischem Druck, um die Bedingungen für gewaltbetroffene Gemeinschaften zu verbessern.

Projekt-Kurzinfo
Projekttitel: Psychosoziale Schule für Menschenrechtsaktivist*innen
Förderschwerpunkt:: Gewaltprävention
Partnerorganisation: ALUNA
Laufzeit: Januar 2026 bis Juni 2027
WGT-Beitrag: 50.000 € für die gesamte Laufzeit

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