Indien: Kleine Schritte zu großen Veränderungen

In Indien gehört Gewalt gegen Frauen und Mädchen zum Alltag und wird kaum geahndet. Vor allem auf dem Land ist das die bittere Realität.Die Frauenorganisation „Jagori Rural Charitable Trust“ (JRCT) will das nicht länger hinnehmen.

Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen in Indien sind das Ergebnis jahrhundertealter patriarchaler Traditionen. Sie verankern die männliche Dominanz in der Gesellschaft. Von Entscheidungsprozessen werden Frauen weitgehend ausgeschlossen. Männlicher Nachwuchs wird bevorzugt.

JRCT lässt nicht locker

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Partnerorganisation des Weltgebetstags, „Jagori Rural Charitable Trust“ (JRCT), an die Seite der Frauen. Der JRCT möchte die dominanten Strukturen aufbrechen.

Wichtige Stützen im Übergang von einem patriarchalen zu einem geschlechtergerechten System sind das Bildungssystem und die Exekutive. Diese kommen ihrer Verantwortung jedoch kaum nach. Oft tragen sie sogar dazu bei, dass bestehende System zu stützen.  

Der JRCT arbeitet daran, dass das öffentliche Bewusstsein für Gewalt gegen Frauen steigt und örtliche Meldungs- und Strafverfolgungssysteme greifen.

Diskriminierung erkennen, Rechte wahrnehmen

Mädchen, 200 Mütter und 500 College Studentinnen nehmen an Sensibilisierungs- und Aufklärungsprogrammen teil, zu den Themen Geschlechtergerechtigkeit, Frauengesundheit und Ernährung. Ziel ist die Stärkung eines feministischen Bewusstseins, es geht v.a. auch um Kennen ihrer Rechte zu o.g. Themen. Es findet monatlich in 30 Dörfern statt, aber auch in Form von vierteljährlichen Events „A Day About Myself“.

Rund 1.000 Mädchen und Frauen nehmen jeden Monat an Sensibilisierungs- und Aufklärungsprogrammen in ihren Dörfern teil. Die Themen, mit denen sich die Mädchen, Studentinnen und Mütter dabei beschäftigen, sind Geschlechtergerechtigkeit, Frauengesundheit und Ernährung. Jedes Vierteljahr gibt es ein größeres Event: „A Day About Myself“ (Engl. für: „Ein Tag über mich“).

Finanziell benachteiligte Schülerinnen lernen, wie sie ihren Anspruch auf Leistungen geltend machen können. Junge Frauen mit Führungstalent setzen sich in einem feministischen Kollektiv als Botschafterinnen für Frauenrechte und gegen Diskriminierung ein.

Auf verschiedenen Ebenen treten Mädchen und Frauen für ihre Anliegen ein und stärken die Frauenrechtsbewegung vor Ort.

Erste Erfolge

Die Arbeit von JRCT zeigt bereits Erfolge: Die jahrelange Zusammenarbeit mit der Polizeibehörde bezüglich Gewalt gegen Frauen hat zu mehr Anzeigen und Strafverfolgung geführt. Auch die international geführte Kampagnenarbeit „One Billion Rising“ erzielt für das Thema eine große Aufmerksamkeit in der Bundestaaten übergreifenden Öffentlichkeit in Indien.

Langer Atem von Nöten

Eine nachhaltige gesellschaftliche Veränderung braucht einen langen Atem und erfährt viele Widerstände. Zivilgesellschaftliches Engagement wie das von JRCT, das Traditionen differenziert betrachtet und eine Öffnung im Sinne von Menschen- und Frauenrechten fordert, ist daher enorm wichtig.

Projekt-Kurzinfo
Projekttitel: Durch Geschlechtergerechtigkeit neue Horizonte mit Mädchen und Frauen im Norden Indiens erschließen
Förderschwerpunkt: Politisches Empowerment
Partnerorganisation: Jagori Rural Charitable Trust (JRCT)
Laufzeit: Januar 2021 bis Dezember 2022
WGT-Beitrag: 49.414 €

Unser Kollekten-Konto: Weltgebetstag der Frauen - Dt. Komitee e. V., Ev. Bank eG, Kassel, IBAN: DE60 5206 0410 0004 0045 40, BIC: GENODEF1EK1