Bangladesch: Miteinander für gelebte Frauenrechte

In Bangladesch existieren die Rechte von Frauen und Mädchen hauptsächlich auf dem Papier. BARCIK unterstützt ländliche Gemeinschaften, für gleichberechtigte Teilhabe einzustehen.

Bangladesch verfügt mittlerweile über eine progressive, Frauenrechte achtende Rechtsprechung, dennoch gibt es vielfältige Diskriminierungen. Während vor allem in den Städten immer mehr Frauen und Mädchen ihren Anspruch auf Bildung und bezahlte Arbeit geltend machen, wissen Frauen im ländlichen Kontext oft nicht über ihre Rechte Bescheid, ihr Alltag ist auf Haushalt, Kindererziehung und Feldarbeit beschränkt. Der erstarkende islamische Fundamentalismus verstärkt Frauen diskriminierende Traditionen, was sich unteranderem am Anstieg von Gewalt gegen Frauen zeigt.

Auf die eigene Stärke bauen

Die Partnerorganisation des Weltgebetstags, das Bangladesh Resource Centre for Indigenous Knowledge (BARCIK), kann dank über 20 Jahren Engagement vor Ort auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. BARCIK weiß: eine nachhaltige Veränderung muss auf die lokalen Stärken setzen und insbesondere die unterschiedlichen Rollen von Frauen, ihr Wissen und ihre Erfahrung einbeziehen. Ziel ist es, ihre effektive Teilhabe an lokalen Entwicklungsprozessen zu fördern und der Diskriminierung beziehungsweise der Gewalt gegen Frauen den Boden zu entziehen.  

Es geht nur gemeinsam – Männer beteiligen

Im Distrikt Manikganj, im Zentrum des Landes, organisiert BARCIK zahlreiche Workshops, Fortbildungen, Kampagnen und moderierte Dialogeinheiten. Sie dienen dazu, die alte und die junge Generation, Männer und Frauen, zusammenzubringen, damit sie  sich ein gemeinsames Verständnis zu Geschlechtergerechtigkeit und Entwicklung erarbeiten. BARCIK beteiligt konsequent Männer und vor allem Jugendliche und motiviert sie, sich selbst zu Verteidigern von Frauenrechten weiterzuentwickeln. Ihre aktive und interessierte Teilnahme an den Aktivitäten kann als positives Signal gewertet werden, denn nachhaltig werden Veränderungen erst, wenn alle sie mittragen.

Mit viel Zeit und Geduld zu nachhaltiger Veränderung

Veränderung braucht Zeit, insbesondere wenn es darum geht, die Familien und Dorfgemeinschaften als Initiatoren ihrer eigenen Veränderung ernst zu nehmen. BARCIK gibt sich und den Menschen diese Zeit und arbeitet daher bereits seit 12 Jahren in Manikganj. Der Erfolg gibt ihnen Recht – allmählich geraten die traditionellen Geschlechterverhältnisse in Bewegung: ehemals „passive“ Frauen und Mädchen organisieren sich in Interessenvertretungen und bringen sich aktiv ins öffentliche Leben ein. BARCIK wertet dies als seinen Beitrag zur Demokratisierung der Gesellschaft.

Auf dem Fahrrad unterwegs für Geschlechtergerechtigkeit: Stoppt Gewalt gegen Frauen! Nein Kinderehen! Nein zu Mitgift! Für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (Foto: BARCIK).

Projekt-Kurzinfo
Projekttitel: Förderung einer demokratisch-pluralistischen Kultur auf Basis sozio-politischer Teilhabe von Mädchen und Frauen (II)
Förderschwerpunkt: Gesellschaftliche und politische Teilhabe (Politisches Empowerment)
Ort/Region: Singair, Manikgonj
Partnerorganisation: BARCIK (Bangladesh Resource Centre for Indigenous Knowledge)
Laufzeit: Januar 2019 bis Dezember 2020
WGT-Beitrag: 41.766 €

 

Unser Kollekten-Konto: Weltgebetstag der Frauen - Dt. Komitee e. V., Ev. Bank eG, Kassel, IBAN: DE60 5206 0410 0004 0045 40, BIC: GENODEF1EK1