Ja, denn wir haben ein gemeinsames Anliegen.
Für viele unserer Partnerinnen aus Lateinamerika ist Erzbischof Romero seit Jahrzehnten Inspiration für ihren Einsatz für soziale Gerechtigkeit.
An Seite der Armen und Ausgegrenzten
Am 14. Oktober 2018 wird Papst Franziskus Oscar Romero (1917-1980) aus El Salvador in Rom heiligsprechen. Der Erzbischof von San Salvador war einer der prominentesten Kritiker des Militär-Regimes. Er wurde nicht müde, jene Machenschaften zu hinterfragen, die aus Armut und Ausbeutung weiter Teile der Bevölkerung Profit ziehen. Am 24. März 1980 wurde er während einer Messe von Todesschwadronen erschossen.
Über Oscar Romero sagt sein einstiger Weggefährte und heutiger Weihbischof von San Salvador, Kardinal Gregorio Rosa Chavez:
„Dieser Mann entschied, an der Seite des Volkes zu stehen, um es zu begleiten und zu verteidigen. Als ich damals seine letzte Ansprache hörte, in der er sich gegen die Unterdrückung wandte, dachte ich: Damit hat er sich sein Todesurteil eingehandelt. Dieser Mann hat sein Leben für sein Volk gegeben, weil er Jesus Christus liebte.“
Weil er die Wahrheit gesagt hat
Erzbischof Romero hatte der Armee einen Tag vor seiner Ermordung mit ergreifenden Worten ins Gewissen geredet:
„Kein Soldat ist zu Gehorsam verpflichtet, wenn der Befehl die Gesetze Gottes verletzt. Im Namen dieses gepeinigten Volkes, dessen Wehklagen zum Himmel steigt, flehe ich euch an, bitte ich euch, befehle ich euch: Stoppt die Repression.“
Seine Ermordung war der Auftakt zu einem Bürgerkrieg, der erst 1992 beendet wurde. Romero war den Mächtigen ein Dorn im Auge, weil er institutionalisierte Gewalt und strukturelle Ungerechtigkeit beim Namen nannte und seine Überzeugungen an der Seite der Schwachen und Ausgebeuteten lebte. Er kannte das Risiko, das er damit einging. Doch er sagte nur: „Wenn sie mich umbringen, werde ich im Volk von El Salvador auferstehen“.
Der heilige Romero – hochaktuell
Erzbischof Romeros Glaubenszeugnis findet sich heute in der DNA vieler Gruppen weltweit. Es ist wegweisend in ihrem Ringen um Gerechtigkeit.
… in El Salvador
Ein Beispiel sind unsere Partnerinnen von FUNDAMEHR in El Salvador. FUNDAMEHR ist eine Organisation, deren Wurzeln bis in die Zeiten der christlichen Basisgemeinden zu Lebzeiten Romeros zurückreichen. Für sie bedeutet Nachfolge: mit Gottes Wort im Herzen die Wirklichkeit der Armen – ihre eigene Wirklichkeit – zu verändern.
… in Kuba
Ein weiteres Beispiel für eine Organisation, die sehr von Romeros Wirken geprägt wurde, ist das „Zentrum Oscar Arnulfo Romero“ in Kuba. Seit den 1980er Jahren arbeiten unsere Partnerinnen dort daran, befreiungs-theologische Impulse in die Debatten um das richtige Verhältnis zwischen Staat und Kirche/Religion einzubringen.
Die Kirche hat sich mit der Heiligsprechung von Erzbischof Romero 38 Jahre Zeit gelassen –für die Menschen ist er schon lange „San Romero“!
aktuelle Hintergrundinformationen
- Oscar Romeros Umkehr zu den Armen (Beitrag auf dem Blog der Katholischen Sozialakademie Österreichs)
- Über unser Namensgeber (auf der Webseite von Christliche Initative Romero)
- Oscar Arnulfo Romero - Ein Priester gegen die Militärdiktatur (Artikel auf der Webseite vone Adveniat)
Webseiten zu den genannten Partnerorganisationen des Weltgebetstags

Frauengruppe „Flor de Maíz“ in Cacaopera/Morazán (El Slavador), nach gemeinsamer Arbeit im Projekt beim gemeinsamen Abschlussgebet ©WGT e.V.
Titelbild: ©puigreixach via wiki media commons
