Irak: Gefahr und Unsicherheit überall

Der Norden des Iraks ist eine gefährliche Gegend. Das gilt besonders für Frauen und Mädchen. Neben islamistischem Terror und wirtschaftlicher Not sind sie auch zuhause oft Gewalt ausgesetzt. Unsere Partnerinnen von WADI schaffen sichere Räume für Austausch und Veränderung.

Zuletzt hörten wir in den Nachrichten aus dem Nordirak, als die Türkei Luftangriffe in der Grenzregion flog. Doch das ist nicht die einzige Gefahr für die mehrheitlich kurdische Bevölkerung.

Reste der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ sind weiterhin aktiv. In den befreiten Gebieten ist von Wiederaufbau wenig zu sehen. Gleichzeitig verfällt die Infrastruktur in der gesamten Region. Die Arbeitslosigkeit wird auf über 25% geschätzt.

Gefahr für Frauen und Mädchen

Unter diesen Umständen lebt kaum eine Familie ohne existentielle Nöte. Die Belastungen sorgen für viel Spannung, die sich oft in Gewalt gegenüber Frauen und Kindern entlädt.

Die meisten Kurdinnen sind mit dieser Lebenswirklichkeit vertraut bzw. teilen sie mit anderen weiblichen Verwandten. Das Recht auf Selbstbestimmung und der Begriff der körperlichen Unversehrtheit ist hingegen wenig bekannt.

Informationen und sichere Räume schaffen Vertrauen

Hier setzt die Arbeit unserer Partnerinnen von WADI an: Bei Informationstreffs in den Dörfern erhalten die Frauen Kenntnisse über ihre elementaren Rechte. Wo möglich, gibt es zusätzliche Nähkurse. Das gibt den Frauen nicht nur die Möglichkeit, das Haushaltsbudget aufzubessern, sondern auch sich in geschützten Räumen zu treffen.

Dabei entsteht Vertrauen zu den WADI-Mitarbeiterinnen, das beiden Seiten erlaubt, auch schwierige Themen wie Zwangsheirat, Genitalverstümmelung oder häusliche Gewalt anzusprechen.

Rückhalt und die Erfahrung anderer sind wichtig

Die Erfahrung unserer Partnerinnen vor Ort zeigt: Teilt eine Frau ihre Erfahrungen, folgen andere nach. Es reift die Erkenntnis, wie wichtig Selbstfürsorge und Rückhalt in der Gemeinschaft sind, um für die eigenen Rechte und die Unversehrtheit der Töchter einzutreten.

So können die Frauen gemeinsam Strategien entwickeln, wie sie mit belastenden Situationen konstruktiv umgehen und mit der eigenen Familie zu schädlichen Traditionen ins Gespräch können.

In die Gesellschaft hineinwirken

Selbstermächtigung ist wichtig und doch braucht es mehr, um langfristig Gewalt gegen Frauen und Mädchen einzudämmen. Deswegen organisiert WADI öffentliche Veranstaltungen mit örtlichen Führern statt, bei denen Genitalverstümmelung, häusliche Gewalt und andere schädliche Traditionen hinterfragt werden.

Gelingt es mit der Zeit, dass die einflussreichen Führungspersönlichkeiten sich hierzu kritisch äußern, ist ein Meilenstein geschafft.

Projekt-Kurzinfo
Projekttitel: Mehr Rechte für Frauen und weniger Gewalt in den Familien Nordiraks
Förderschwerpunkt: Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und sexualisierter Gewalt (Geschlechterspezifische Gewalt)
Partnerorganisation: WADI e.V.
Laufzeit: Januar 2021 bis Dezember 2021
WGT-Beitrag: 24.884 €

Unser Kollekten-Konto: Weltgebetstag der Frauen - Dt. Komitee e. V., Ev. Bank eG, Kassel, IBAN: DE60 5206 0410 0004 0045 40, BIC: GENODEF1EK1