El Salvador: Wasser für alle

Im mittelamerikanischen Land El Salvador ist das Wasser knapp. Das trifft zuallererst die Armen. Unsere Partnerinnen von ADECIME kämpfen dafür, dass alle den Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Maritza, eine junge Bäuerin aus dem Dorf La Labor im Westen von El Salvador, hat wirklich alles getan, um ihrer Familie ein besseres Auskommen zu sichern: hinterm Haus ein Hühnerstall, daneben die Gemüse-Beete und ein paar Gehminuten entfernt ihr Maisfeld, auf das sie so stolz war. Nein, sie würden nicht mehr hungern müssen.

Aber dann blieb der Regen aus. Maritza sah den Mais verdorren. Als der Brunnen im Hof austrocknete, war es um das Gemüse geschehen. Auch der Fluss, zu dem sie seit Jahren zum Wäschewaschen ging, verkam zu einem armseligen Rinnsal.

Damokles-Schwert Klimawandel

Die Vereinten Nationen haben El Salvador als ein „Land im Hydro-Stress“ eingestuft. Das bedeutet, dass die nationalen Wasserreserven den Wasserbedarf der Bevölkerung nicht mehr decken können.

Wiederkehrende Extrem-Wetter-Ereignisse wie ‚El Niño‘ oder Hurrikans tragen dazu ebenso bei wie die rücksichtslose Ausbeutung natürlicher Ressourcen durch Abholzung und Tagebergbau und die Über-Nutzung historischer Wasser-Reservoirs. Der Staat hat keine nachhaltigen Lösungen anzubieten, fast überall sind es lokale Wasser-Komitees, die den Mangel verwalten.

Wasser für wenige – Wasser für alle?

Selbst wenn die Regierung Gegenmaßnahmen ergreift, hat sie meist die Interessen der Wohlhabenden im Blick. Maritza horcht deshalb auf, als im Parlament ein Gesetzes-Entwurf zur Privatisierung des Wasser-Managements diskutiert wird. Sie weiß: wenn sie jetzt nicht aktiv wird, ist das ‚Recht auf Wasser‘ für Menschen wie sie nur noch zynischer Diskurs. Sie wird sich Wasser schlichtweg nicht mehr leisten können.

Selbst die Bischofskonferenz protestiert: „Lassen wir nicht zu, dass die Armen verdursten“. Maritza wird bei der nächsten Demo ‚Wasser für alle‘ bestimmt nicht fehlen!

Der Schlüssel ist Selbstverwaltung

Nun versteht Maritza besser, warum ihre Organisation ADECIME (dt.: Vereinigung engagierter Frauen für eine ganzheitliche Dorf-Entwicklung) jahrelang mit der Gemeinde-Verwaltung um einen Vertrag für das Management eines nahe gelegenen Wasser-Einzugsgebietes rang. Dieses versorgt die gesamte Umgebung mit Trinkwasser – und  ADCIME sitzt jetzt mit am Tisch, wenn die Spielregeln für Wasser-Nutzung und Kosten ausgehandelt werden.

Ganz konkret: Wer hat welchen Wasser-Bedarf? Wofür? Was darf Wasser kosten? Wo sind Einspar-Potentiale? Maritza lässt sich ins Wasser-Komitee ihrer Gemeinde wählen. Sie will mitmischen, wenn es um eine faire Nutzung des kostbaren Guts Wasser geht.

Der Weltgebetstag unterstützt ADECIME bei der Einrichtung des Wasserschutzgebietes mit Schulungen und Stärkung der Organisation. 

Projekt-Kurzinfo

Projekttitel: Förderung von wirtschaftlicher Eigenständigkeit und Management eines Wasserschutzge-bietes 
Förderschwerpunkt: Ernährungssouveränität
Partnerorganisation: Instituto de Investigación, Capacitación y Desarrollo de la Mujer (IMU/ADECIME)
Laufzeit: Januar 2018 bis Dezember 2019
WGT-Beitrag: 49.989 €