Weltgebetstag Kuba 2016 – Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf

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2012 Malaysia

„Steht auf für Gerechtigkeit“

archiv-titelbild-wgt-2012-justice-hanna-cheriyan-varghese_weltgebetstag_d._frauen_dt._komitee_e.v.Nicht länger stumm bleiben, sondern sich aufrichten und die Stimme erheben, genau das tun die Frauengestalten in diesem farbenprächtigen Bild „Justice“ (auf Deutsch: „Gerechtigkeit“). Es stammt von der Künstlerin Hanna Cheriyan Varghese aus Malaysia.

Die Frauen aus Malaysia zeigten uns in ihrem Weltgebetstags-Gottesdienst 2012, wie das geht: Aufstehen und die Stimme erheben, sich für andere und für Gerechtigkeit einsetzen. Deswegen wählten sie auch das Bild von Hanna Cheriyan Varghese als Titelbild aus: Auch dort erheben sich die Frauen. Sie helfen einander hoch und gewinnen so an Stärke und Zuversicht.

„Wenn ich sehe, dass ein Bild von mir in einer Publikation verwendet wird oder bei einer Veranstaltung oder einem Bibelseminar, weiß ich: Dies ist mein kleiner Beitrag zum christlichen Dienst füreinander. Wir sind alle auf der Welt, um einander Segen zu sein.“ Mit diesen Worten sprach Hanna Cheriyan Varghese einmal über ihre Arbeit und über das, was sie antrieb.

Hanna Cheriyan Varghese wurde 1938 als Kind christlicher Eltern in Westmalaysia geboren. Intensive Farbspiele, Mystik und Symboliken, die den christlich-orthodoxen Ikonen ähnelten, prägten ihre Kunst. Ihre farbenfrohen Werke fanden schnell Anklang und im Laufe der Zeit stellte sie bei Ausstellungen in vielen Ländern Asiens und im Theologischen Seminar der Universität Princeton/USA aus. Sie starb im Juni 2009 in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur.

Bildtitel: “Justice“, Hanna Cheriyan Varghese, ©: Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V.

Zum Herunterladen:

Informationsblatt Weltgebetstag aus Malaysia (anlässlich des Ev. Kirchentages 2011)

Jahresbericht 2012

icon_titelbild_zum_wgt2012_downloadMotiv Weltgebetstag 2012 Malaysia, in normaler Auflösung (300 dpi, 1.000 x 1.000 Pixel) (Immer angeben: “Justice“, Hanna Cheriyan Varghese, Bildrechte bei Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V.

Motiv Weltgebetstag 2012 Malaysia, in geringer Auflösung (72 dpi, 300 x 300 Pixel) (Immer angeben: “Justice“, Hanna Cheriyan Varghese, Bildrechte bei Wicon_titelbild_zum_wgt2012_downloadeltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V.

Weltgebetstag aus Malaysia

Religion und Weltgebetstag

Staatsreligion in Malaysia ist der Islam. Zu ihm bekennen sich rund 60 % der Bevölkerung. Laut Verfassung gelten alle ethnischen Malaiinnen und Malaien von ihrer Geburt an als Muslime, die keine Andersgläubigen heiraten dürfen. Religionsfreiheit – obwohl in der Verfassung vorgesehen – existiert nur theoretisch. 19,2 % der Bevölkerung sind BuddhistInnen. Zum Christentum werden 9,1 % und zum Hinduismus 6,3 % gerechnet. Angehörige des Konfuzianismus, des Taoismus sowie anderer traditioneller chinesischer Religionen machen 2,6 % der Bevölkerung aus (Zensus 2000). Viele indigene Völker waren bis zum 20. Jahrhundert AnhängerInnen animistischer Naturreligionen.

Durch Verstädterung („Urbanisierung“), Heirat und Zugang zu Bildung traten viele Menschen zum Islam und zum Christentum über. Die dem sunnitischen Islam angehörenden Malaiinnen und Malaien erheben seit der Unabhängigkeit Malaysias den politischen Führungsanspruch. Sie machen rund 50 % der Bevölkerung aus. Gegenüber Angehörigen der anderen Religionen werden sie staatlich gefördert, indem sie z. B. im öffentlichen Dienst bevorzugt eingestellt werden.

Im malaysischen WGT-Komitee haben 23 Frauen verschiedener christlicher Konfessionen den Gottesdienst zum Weltgebetstag 2012 vorbereitet. Seit Ende der 1940er finden sich Spuren des Weltgebetstages in Malaysia. Aus dem Jahr 1956 ist erstmalig offiziell übermittelt, dass es WGT-Feiern gab.

Frauen in Malaysia

Ein kurzer Überblick

Verhältnismäßig viele Frauen in Malaysia verfügen über hohe Bildungsabschlüsse, beteiligen sich am Erwerbsleben und wirken in der Gestaltung des politischen Lebens mit. Eine Vielzahl von Frauenorganisationen hat sich in den letzten 10 Jahren verstärkt für die Durchsetzung der Rechte von Frauen eingesetzt.

Mit der Erstarkung islamistischer Strömungen seit den 1980er Jahren in Malaysia stehen viele Errungenschaften wieder auf dem Prüfstand. So beispielsweise das Recht auf Bewegungs- und Meinungsfreiheit von Frauen oder das Recht auf die freie Wahl des Ehepartners. Hierbei wird Religion instrumentalisiert, um die politische Vormachtstellung der (männlichen) muslimischen Mehrheit zu sichern. Religiöse Frauenorganisationen wie „Sisters in Islam“ treten dem engagiert entgegen. Sie streiten für eine feministische Auslegung des Islam und für den Schutz von Frauenrechten muslimischer und nicht-muslimischer Frauen.

In Malaysia lebten 2009 rund zwei Millionen ArbeitsmigrantInnen. Sie kommen hauptsächlich aus den asiatischen Ländern Indonesien, Indien, Nepal, Sri Lanka und den Philippinen. Die meisten der eingewanderten Frauen arbeiten als Hausangestellte („domestic workers“) bei Familien der wohlhabenden städtischen Mittel- und Oberschicht. Hausangestellte verfügen häufig nicht über Möglichkeiten, ihre Rechte einzuklagen. Eine wichtige Ursache dafür ist, dass sie von den meisten Arbeitsschutzgesetzen ausgeschlossen sind.