Weltgebetstag Kuba 2016 – Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf

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2011 Chile

„Wie viele Brote habt ihr?“

Bild zu CHile zum Weltgebetstag 2011

Die 77-jährige Bäuerin Norma Ulloa aus Copiulemu in der Nähe der Stadt Concepción hat das Bild des Weltgebetstages 2011 als einen Wandteppich (Arpillera) gestickt. In leuchtenden Farben hat sie das Thema „Wie viele Brote habt ihr?“ mit chilenischer Lebensart verbunden. Wir sehen ein vielschichtiges Bild: Szenische Darstellungen aus dem Leben Jesu verbinden sich mit chilenischen Weizenfeldern und Pferden, die den Weizen dreschen. Wir sehen im oberen Teil des Bildes Jesus im Gebet und die schlafenden Jünger. Immer wieder zog sich Jesus in die Stille zurück, zum Gespräch mit Gott, seinem liebenden Vater. So empfing er die Kraft zum Heilen, die Kraft, das kommende Leid zu durchstehen. So konnte er nach Dank und Lobpreis mit den Menschen teilen. Und „alle wurden satt“. Satt werden wollen auch die Menschen in Chile. Ein blühendes Weizenfeld, Stroh dreschende Pferde, ein voller Brotkorb: Das Lebensmittel in Chile ist Brot. Gott hat den Chileninnen und Chilenen ein wunderbares und fruchtbares Land gegeben. Menschen, gekleidet in den bunten Farben des Landes, stehen hoffnungsvoll wartend, dass auch sie etwas von dieser Fülle erhalten.

Norma Ulloa starb wenige Wochen nach dem Erdbeben im Frühjahr 2010. Ihr Bild lebt fort und prägte den Weltgebetstag 2011.


Bildtitel: Wie viele Brote habt ihr?, Norma Ulloa / Las Bordadoras de Copiulemu, © Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.

Zum Herunterladen:
Nähere Infos zum Weltgebetstag 2011 aus Chile: Informationsblatt Chile (anlässlich des Ökumenischen Kirchentages 2010)

Jahresbericht 2011

Bild Chile 2011 Hohe AuflösungMotiv Weltgebetstag 2011 Chile, in höherer Auflösung

 

Bild Chile 2011Motiv Weltgebetstag 2011 Chile, in normaler Auflösung

Frauen in Chile

Ein kurzer Überblick

Stetig wächst in Chile seit zwei Jahrzehnten die Anzahl von Studentinnen, Akademikerinnen, Arbeiterinnen und Angestellten, die sich fort- und weiterbilden. Frauen müssen lange Arbeitszeiten und teils miserable Arbeitsbedingungen verkraften und sorgen gleichzeitig für ihre Familien, zumal 30 Prozent der chilenischen Familien von alleinerziehenden Frauen getragen werden. Bis heute sind in Chile Frauenrechte nur zögerlich umgesetzt worden. Das gilt z.B. für das geltende Abtreibungsverbot. Homosexuelle Paare werden in Chile nicht legitimiert. Das Recht auf Scheidung existiert in Chile erst seit 2004 – nach einer neunjährigen politischen Debatte. Damit ist der chilenische Staat der letzte in ganz Südamerika, der das Recht auf Scheidung gesetzlich verankert hat.

Auch in anderen Bereichen ist Chile weit entfernt von einer „Geschlechtergerechtigkeit“. Die chilenische Frauenbewegung hat bereits zeitgleich mit der europäischen Frauenbewegung in den 1970er-Jahren die Gewalt gegen Frauen angeprangert. Zu dieser Zeit wurden auch erste Frauenhäuser – z.B. in der Hauptstadt Santiago - gegründet. (Stand: 2010)

Weltgebetstag aus Chile

Religion und Weltgebetstag

Die knapp 17 Mio. Chileninnen und Chilenen gehören verschiedenen Religionen bzw. Konfessionen an (über 70% römisch-katholisch, knapp 15% protestantisch, 10-15% Angehörige anderer Religionen bzw. Konfessionen und AgnostikerInnen).

Ein ökumenisches Miteinander der verschiedenen christlichen Konfessionen gibt es fast nur in der wachsenden Weltgebetstagsbewegung, deren Wurzeln in Chile bis 1929 zurückreichen. 1939 kam bereits einmal eine Gottesdienstordnung aus Chile, die angesichts der wachsenden Kriegsbedrohung die christliche Friedensbotschaft verkündete. Der Weltgebetstag wurde auch während der Militärdiktatur weiter gefeiert. Weltgebetstagsfrauen engagieren sich für Menschenrechte und dafür, die gesellschaftliche Position von Frauen zu stärken und eine Theologie aus der Frauenperspektive zu entwickeln. Heute arbeiten im chilenischen WGT-Komitee rund 40 Frauen aus vielen verschiedenen Kirchen vertrauensvoll zusammen: Heilsarmee, methodistische, mennonitische, lutherische, presbyterianische und römisch-katholische Kirche sowie verschiedene Pfingstkirchen. (Stand: 2010)