Weltgebetstag Kuba 2016 – Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf

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Nach dem Taifun: Die Philippinen am 3. Jahrestag von Haiyan

© ALMAKKA
Heute vor drei Jahren erreichte der Taifun „Haiyan“ die Philippinen. Ortsnamen wie „Tacloban“ erinnern uns an den Tod Tausender und an Millionen Menschen, die ihr Zuhause verloren haben. Seitdem ist – auch mit internationaler Hilfe – viel passiert: Häuser wurden wieder aufgebaut, Infrastruktur repariert und Lebensgrundlagen neu geschaffen.

Hilfsgelder versickern

Gleichzeitig versickerten Millionen in der korrupten Verwaltung oder wurden für politische Zwecke missbraucht. So stehen heute in vielen der betroffenen Küstenorten schicke neue Hotels, während Familien, denen Haiyan alles genommen hat, nach wie vor in Sammelunterkünften hausen.

In einigen Regionen gab es auch deswegen massive Proteste der betroffenen Bevölkerung, die fordern, das dem staatlichen Aufbauprogramm „build back better“ endlich Taten folgen: z.B. eine echte Landreform, statt Saatgut für einige wenige.

Klimawandel: Den „Globalen Süden“ trifft es besonders

Generell sind die Länder des globalen Südens von den Auswirkungen der Erderwärmung und des Klimawandels besonders betroffen – die Philippinen bilden hier keine Ausnahme: 60 % der Landfläche und drei Viertel der Bevölkerung sind Gefährdungen ausgesetzt, die vom Klimawandel ausgehen.

Konkret bedeutet dies für die Menschen nicht nur eine besondere Bedrohung durch Wirbelstürme, Überschwemmungen oder Erdrutschen. Genauso sind die Lebensgrundlagen der ohnehin armen Landbevölkerung durch den Verlust von Agrarflächen (Meeresspiegelanstieg, Versalzung, Bodenerosion etc.) und Dürreperioden permanent bedroht. Dabei trifft der Verlust von Lebens- und Einkommensgrundlagen Menschen, die ohnehin kaum Reserven bzw. alternative Einkommensmöglichkeiten haben – Verelendung, Landflucht und Hungersnöte sind die Folgen.

Massive Auswirkungen auf die Reisernte

So riefen die Behörden bereits zu Beginn des Jahres auf Mindanao den Notstand wegen Dürre aus. Die zurückgehenden Niederschlagsmengen haben hier, in der „ehemaligen Kornkammer“ der Philippinen bereits massive Auswirkungen auf die Reisernte.

Aber auch in den Städten bleibt der Klimawandel nicht ohne Folgen: Mangels Alternativen siedeln gerade die ärmsten Bevölkerungsschichten in den am meisten von Naturkatastrophen (Überschwemmung, Hangrutschungen etc.) gefährdeten Regionen – auch wenn diese Zonen offiziell überhaupt nicht als Bauland bzw. Siedlungsfläche ausgewiesen ist.

© WGT e.V.Vor allem die Armen unter den Opfern

Doch die hohen Mieten in den „sicheren Vierteln“ der Städte sind für die Armen, oft vom Land Zugewanderten, unerschwinglich. Sie errichten ihre Hütten, die weder Taifun noch Erdbeben Stand halten können auf „unattraktiven Flächen“: z.B. neben Mülldeponien oder auf Schwemmland. So kommt es im Katastrophenfall gerade hier zu erheblichen Opferzahlen.

 

Falls Sie sich noch weiter in das Thema einlesen mögen:

„Factsheet Philippinen: Die Folgen des Klimawandels“ auf den Internetseiten des Asienhauses (PDF)

 

Foto (oben): Bilder wie diese gingen 2013 um die Welt. © ALMAKKA
Foto (unten): Neuer Evakuierungsplan in einem Stadtteil von Iligan City. © WGT e.V.