Weltgebetstag Kuba 2016 – Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf

Weltgebetstag Kuba 2016 - Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf

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Bericht: „Wir feierten mit beim Weltgebetstag in Kuba“

Für zwei Weltgebetstagsfrauen aus Deutschland erfüllte sich ein lang gehegter Wunsch

Viel Herzblut, Energie und persönliche (Glaubens-) Leidenschaft fließen jedes Jahr in die Gottesdienstordnung zum jeweiligen Weltgebetstag. Seien es Christinnen aus Frankreich, aus Ägypten, von den Bahamas oder den Philippinen: Immer bringen uns die jeweiligen Verfasserinnen mit viel Engagement ihr Land, ihre Kultur, ihren Glauben und ihre Hoffnungen näher.

Aus diesem Grund sind Gottesdienste zum Weltgebetstag in dem Land, das den Gottesdienst verfasst hat, noch einmal etwas ganz Besonderes. Im Jahr 2016 war Kuba „an der Reihe“: Am 4. März fand die große Gottesdienstfeier dazu in der Ersten Presbyterianisch-Reformierten Kirche in Havanna statt.

Für Karin Ramsauer vom Bodensee und Christiane Lohöfener aus Leipzig erfüllte sich in diesem Jahr während ihres Urlaubs ein lang gehegter Wunsch: Einmal einen Gottesdienst im Schwerpunktland des Weltgebetstags feiern. Begeistert haben die beiden langjährigen Weltgebetstagsfrauen uns davon erzählt. Den Bericht von Karin Ramsauer veröffentlichen wir im Folgenden in Auszügen:

Ein Herzenswunsch geht in Erfüllung

„18.00 Uhr am ersten Freitag im März 2016 – mein Mann und ich stehen vor der Primera Iglesia Presbiteriana Reformada de la Habana.

Ein Herzenswunsch geht in Erfüllung: Einmal einen Weltgebetstagsgottesdienst zusammen mit den Frauen in ihrem Land zu feiern, die die Gottesdienstordnung für die ganze Welt geschrieben haben.“

Willkommenscafé

„Wir treffen Christiane Lohöfener und ihren Mann und begeben uns in einen großen Raum, der neben der Kirche liegt. Wir werden sehr freundlich und sehr herzlich begrüßt. In der Zeit bis 20.00 Uhr werden wir mit einem Imbiss und Kaffee oder Zitronenlimonade versorgt.

Wir lernen Señora Ormara Nolla, die Vorsitzende des kubanischen Weltgebetstagskomitees kennen, sowie die junge, sympathische Künstlerin Señora Ruth Mariet Trueba Castro, die das Titelbild für den Weltgebetstag Kuba 2016 gemalt hat.“

Proppenvolle Kirche

„Langsam füllt sich die Kirche, die Musik einer Band und Gesang verkürzen die Wartezeit. Wir sind überrascht, dass nicht nur alle Altersgruppen von Frauen vertreten sind, auch relativ viele Männer sitzen in der Kirche.

Für mich ungewöhnlich sind das lange Tuch in den Nationalfarben Kubas, das um das große Kreuz im Altarraum gelegt war, und die beiden Flaggen Kubas rechts und links vom Altar.

Die ‚deutsche Delegation‘ hat sich inzwischen vergrößert um eine Pfarrerin aus Bremen, ein junge Mutter aus Bremen und ein Ehepaar aus Düsseldorf. Die Eheleute Lohöfener kommen aus Leipzig, wir vom Bodensee: Der Norden und der Süden, der Osten und der Westen Deutschlands sind vertreten.“

Einzug mit viel Freude: „Con alegria“

„Fast pünktlich um acht Uhr setzt die Musik ein. Während wir kräftig das Lied ‚Con alegria te queremos loar‘ singen, ziehen die Frauen ein, die diesen Gottesdienst gestalten werden. Doch zunächst sind die Männer dran. Der Gemeindepfarrer der Presbyterianischen Kirche Rev. Héctor Méndez hält die Begrüßungsansprache.“

Gäste aus ganz Havanna und dem Ausland

„Er begrüßt die Menschen, die aus anderen Gemeinden Havannas zu diesem Gottesdienst gekommen sind (mit deren Pfarrern) und die nicht wenigen Gäste aus dem Ausland.

Als wir, die Gottesdienstbesucher aus ‚Alemania‘, begrüßt werden, werden wir gebeten, uns zu erheben. Wir winken in die nun wirklich volle Kirche. Danach spricht ein weiterer Pfarrer. Ich bin des Spanischen nicht mächtig, deshalb kann ich nur vermuten, dass er ein Vertreter des Kubanischen Kirchenrates ist.

Häufig fallen die Namen von Obama und Castro – offensichtlich weckt der Besuch des amerikanischen Präsidenten große Hoffnungen. Im Anschluss spricht Señora Nolla, danach die Geschäftsführerin (Executive Director) des Internationalen Weltgebetstags, New York, Mrs. Rosângela Oliveira.“

Es geht los!

„Nach 35 Minuten beginnt der eigentliche Gottesdienst! Mit Hilfe der deutschen Übersetzung der Gottesdienstordnung erkennen wir schnell, dass die kubanischen Frauen sich fast exakt an ihre Ordnung halten.

Kerzen und Früchtekorb werden hereingetragen, die Gebete gesprochen und Lesungen gehalten. Die Lieder werden von einer Band begleitet, eine Sängerin gibt dem Gemeindegesang festen Halt.“

Ein emotionaler Höhepunkt

„Der Auftritt eines großen Kinderchores – ca. 50 Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren – gehört ohne Zweifel zu den emotionalen Höhepunkten des Gottesdienstes. Nicht nur wir sind begeistert, auch die Eltern der Kinder, die von der Seite aus den Auftritt ihrer Kinder filmen.

Die über eine Viertelstunde lange Predigt einer Pfarrerin lässt uns vermuten, dass es ohne Predigt in einer presbyterianischen Kirche nicht geht. Schön ist, dass die eingesammelte Kollekte gesegnet wird, bevor sie auf den Altar gestellt wird.“

Fazit: Ein Geschenk Gottes

„Ich war dankbar und froh, dass ich diesen Gottesdienst mit der ökumenischen Gottesdienstgemeinde in Havanna mitfeiern durfte.

Ich habe ein bisschen die musikalische Kreativität und Freude vermisst, der man auf Kuba in jeder Bar, in jedem Restaurant begegnen kann. Vielleicht waren meine Erwartungen andere oder meine Vorstellungen von einem Gottesdienst auf einer Karibikinsel falsch. Vielleicht lag es auch an der Gemeinde, die zu sehr eine zuhörende Gemeinde ist, und die sich nur vereinzelt zum Mitklatschen bei den Liedern begeistern ließ.“

Und Christiane Lohöfener aus Leipzig ergänzt:

„Es war ein schönes Erlebnis, zwischen den kubanischen Christen zu sitzen und zu wissen, dass wir alle eines Geistes sind. […] Kuba mit seiner wirtschaftlichen und sozialen Situation braucht dringend Gebetsunterstützung, damit in guter Weise eine Veränderung stattfinden kann.

Die ganze Welt betet einen Tag lang für ein Land, sollte da nicht etwas bewegt werden? Wie wir wissen, Gebet verändert, nur wissen wir nicht, wann. Manchmal müssen wir uns in Geduld üben und manchmal gibt es ganz überraschende Wunder.“

Karin Ramsauer: „Seit über 30 Jahren gestalte ich Weltgebetstagsgottesdienste mit, manche Gottesdienste haben sich tief in meine Erinnerung eingegraben. Der Gottesdienst am ersten Freitag im März 2016 in Havanna wird für mich ein Geschenk Gottes bleiben.“

 

Foto (erstes von oben): Die beiden Besucherinnen aus Deutschland überreichen Kerze und Grußwort an Ormara Nolla, die Vorsitzende des kubanischen Weltgebetstagskomitees (Mitte), © C. Lohöfener

Foto (zweites von oben): Die Erste Presbyterianisch-Reformierten Kirche mitten in Havanna, © C. Lohöfener

Foto (drittes von oben): Die Kirche, rund eine Stunde vor Gottesdienst-Beginn, © C. Lohöfener

Foto (viertes von oben): Kubanische Kinder singen im Gottesdienst zum Thema „Nehmt Kinder auf ihr nehmtr mich auf“, © C. Lohöfener

Foto (ganz unten): Der Kinderchor in Aktion, © CIC