Weltgebetstag Kuba 2016 – Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf

Weltgebetstag Kuba 2016 - Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf

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Ein Brief aus Kuba

Frauen des Kubanischen Weltgebetstagskomitees berichten aus ihrer Heimat, rund einen Monat vor dem Weltgebetstag am 4. März 2016

Im Juni 2012 wurden die Frauen des Kubanischen Weltgebetstagskomitees auf der Internationalen Weltgebetstagskonferenz ausgewählt, den Gottesdienst zum Weltgebetstag 2016 zu verfassen. Seit dem ist viel passiert.

Über das Internationale Weltgebetstagskomitee hat uns ein Schreiben der kubanischen Gottesdienst-Verfasserinnen erreicht. Darin berichten sie den vielen Weltgebetstags-Engagierten auf der ganzen Welt von ihren Gedanken und Gefühlen. In den Blick nehmen die Kubanerinnen dabei vor allem die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in ihrem Land sowie den bevorstehenden Weltgebetstag am 4. März 2016.

Ormara Nolla, die Vorsitzende des Kubanischen Weltgebetstagskomitees, schreibt:

Das Thema „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“ hat uns außerordentlichen Reichtum geschenkt. Es hat uns darauf vorbereitet, dass es möglich ist, wie die Kinder zu denken, ihren Lebenswirklichkeiten näher zu kommen, Jesus mit der Einfachheit und Offenheit eines Kindes zu begegnen und unsere Hoffnung zu nähren, denn sie sind „die Hoffnung der Welt“.

Als wir diese Herausforderung 2012 annahmen, konnten wir uns nicht einmal ansatzweise vorstellen, welche Dinge in unserem Land passieren würden. Das wichtigste Ereignis war, dass die Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und Kubas sich entschlossen, Gespräche über die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern zu führen, die in den frühen 1960er Jahren zerbrochen waren. Mit der Eröffnung der Botschaften in Havanna und in Washington wurden neue Möglichkeiten für Handel, Finanzbeziehungen und andere Maßnahmen eröffnet.

Leider werden die „Blockade“ oder das „Embargo“ wie auch der „Cuban Adjustment Act“ noch immer diskutiert, bisher aber wurde noch keine Lösung gefunden noch haben wir große Hoffnung darauf, dass sie [Anm. d. Red.: die o.g. Maßnahmen] aufgehoben werden.

[Anm. d. Red.: Die Blockade (auch Embargo genannt) bezeichnet eine seit den seit den 1960er Jahren bestehende Handels-, Wirtschafts- und Finanzblockade der USA gegen Kuba. Der „Cuban Adjustment Act“, das „Gesetz zur Anpassung für Kubaner“ wurde 1966 in den USA erlassen und gewährt Menschen, die von Kuba aus in die USA immigrieren Privilegien im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Einwander/innen.]

Wir ermutigen andere, den Gottesdienst zu feiern, den wir, christliche Frauen unterschiedlicher Konfessionen aus ganz Kuba, verfasst haben. Wie jedes Jahr hoffen wir auf ein neues und bereicherndes Erlebnis, wenn wir im Laufe des Gottesdienstes zum Weltgebetstag auch die Lebenswirklichkeiten anderer Länder kennenlernen.

Dieses Mal im März beten wir zu Gott, dass all unser Tun unsere Verbundenheit stärkt und unser Gefühl der Zusammengehörigkeit –  auch indem wir einander von den Menschen in unseren Heimatländern erzählen, die inmitten von Not und Widrigkeiten die Hoffnung bewahren. Und indem wir eine Kirche erleben, die die Glaubenstreue der Menschen bezeugt – eine Treue zu Gott, dem Herrn aller Zeiten und dem Schöpfer des Lebens.

 

Foto: Schreiberinnen der Gottesdienstordnung aus Kuba. In der Mitte der unteren Reihe steht Ormara Nolla, die Vorsitzende des Kubanischen WGT-Komitees. © WDPIC/ Rebeca Casante